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In der Nebelwüste – Etappe 5 unserer Abenteuerreise durch Afrika

Spielende Riesen, ein nebelschlürfender Käfer und die sandige Unendlichkeit Afrikas: Etappe 5 unserer Abenteuerreise führt uns nach Aus – ins Nichts zwischen Stein- und Sandwüste.

Kaum betastet die Sonne mit ihren ersten Strahlen die felsige Landschaft, müssen wir auch schon raus aus den Schlafsäcken. In der klaren Morgenluft packen wir unsere Siebensachen. Immerhin spare ich mir den Abbau meines Zelts. Das hat es gestern Abend einfach weggeweht, worauf ich mich entschlossen habe, in Zukunft unter freiem Himmel zu schlafen. Genau wie viele meiner Mitreisenden auch. Die Nächte sind lau und seit Beginn unserer Abenteuerreise durch Afrika haben wir eines festgestellt: Mit dem afrikanischen Sternenzelt kann es kein Zelt der Welt aufnehmen. Noch vor dem Frühstück sagen wir der Campsite am Rande des Köcherbaumwalds in Namibia Lebwohl und steigen in unseren Overlander Truck. Bevor es für uns weiter nach Aus geht, wollen wir nämlich noch ein besonderes Naturspektakel bestaunen.

Spielplatz der Riesen

Unseren ersten frühmorgendlichen Stopp legen wir  am „Giants Playground“ – dem Spielplatz der Riesen – ein. Und tatsächlich finden wir hier – wie sorgsam aufeinandergestapelt – riesenhafte, schroffe Felsklötze. Mit etwas Fantasie können wir uns alle vorstellen, dass ein beim Spielen gestörtes Riesenkind hier sein unvollendetes Werk zurückgelassen hat. Als der Sonnenaufgang die ungewöhnlichen Dolomitenformationen in ein sandiges Rot taucht können wir nicht widerstehen. Wir klettern auf den Felsen herum, machen Fotos und freuen uns über diesen wunderschönen Start in den Tag.

Durch Leere und Weite

Wer noch nie in Afrika war, kann sich das Nichts schwer vorstellen. Wir fahren durch unendliche Leere und Weite, kein Mensch kreuzt unseren Weg, auch kein Auto. Da sind nur wir und diese unendlich beeindruckende Landschaft, viele hundert Kilometer lang. Wie es wohl für uns sein wird, auf der letzten Etappe in Kapstadt wieder mit einer Großstadt in Berührung zu kommen? Nach über zwei Wochen Natur, Weite, ganz authentischem Afrika?

Ein Camp auf uraltem Boden

Langsam verändert sich die Szenerie, sie wird rauer, felsiger, sandiger. Wir nähern wir uns den Ausläufern der Wüste Namib, wo das Städtchen Aus und damit auch unsere Lodge liegt. Im Gegensatz zur Kalahari ist die Namib eine echte Wüste und dazu noch die älteste des ganzen Planeten – sie entstand vor etwa 80 Millionen Jahren.

Unsere Lodge heißt Klein-Aus Vista (gehört zur Gondwana Collection) und ist richtig gemütlich. Endlich angekommen, springen wir sofort in den Pool und nutzen die Zeit, um ein bisschen zu entspannen, ein paar Nachrichten nach Hause zu schreiben oder joggen zu gehen.

Etwas später am Tag unternehmen wir eine Wanderung mit Guide Hannu, der uns die unglaubliche Natur in der Gegend rund um Aus, Namibia zeigen will. Tatsächlich sieht es so aus, als wären hier eine Steinwüste und eine Sandwüste eine Verbindung eingegangen: Die südlichen Ausläufer der uralten Wüste Namib mit ihren spektakuläre Sanddünen vereint sich hier mit felsiger Weite. Mich erinnert die Landschaft ans nördlicher gelegene Damaraland (meiner Meinung nach die schönste Ecke Nambias, von deren Sonnenuntergängen ich stundenlang schwärmen könnte).

In der Nebelwüste

Am Horizont sehen wir vom Atlantik aus Dunst über der Wüste Namib aufziehen, denn die Namib gehört zu den wenigen Küstenwüsten der Welt. Dabei ist die Namib eine der unwirtlichsten und trockensten Gegenden auf unserem Planeten – der Niederschlag reicht von 0 bis 20 Millimeter im Jahr. Ein Schnapsglas voll Wasser. „So viel regnet es in Frankfurt in wenigen Minuten“, schmunzelt der gebürtige Namibier Hannu.

Und dennoch gibt es hier Leben. Das liegt  an dem Aufeinandertreffen von kalter Atlantikluft über dem Benguelastrom und der warmen Luftmassen an Land. An der gut 110 Kilometer entfernten Küste bildet sich Nebel. „Dieser Nebel wird vom Wind ins Landesinnere in die Wüste Namib gedrückt“, erklärt Hannu. An etwa 200 Tagen im Jahr legt er sich so wie ein dichter, feuchter Schleier über Sand und Felsen.

Auch  die Tiere der Wüste Namib haben sich erstaunlich gut an ihren Lebensraum angepasst. Wie zum Beispiel der Tok-Tokkie-Käfer – auch Nebeltrinker-Käfer genannt. Mit seinen langen Hinterbeinen schiebt er sich morgens, wenn der Nebel ins Land zieht, auf seine kurzen Vorderbeinchen. Beinahe als würde er einen Kopfstand machen. Dann wartet der Tok-Tokkie ab, und zwar so lange bis der Nebel an seinem Körper kondensiert und ihm als Tropfen Wasser in den Mund fließt. Und wie überleben die Eidechsen, dir hier zwischen den Felsspalten hin und her laufen? „Die Eidechsen ernähren sich von wasserhaltigen Insekten wie dem Tok-Tokkie. Und die größeren Tiere wie Vipern fressen die Eidechsen“, sagt Hannu. „So läuft das hier.“

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